Eine zu hohe Insulindosis kann zu einem Somogyi-Effekt oder Rebound-Hyperglykämie führen. Diese Wirkung kann ebenfalls verursacht werden, wenn der Blutzuckerspiegel zu schnell absinkt. Der Zeitpunkt der Auslösung des Somogyi-Effekts ist individuell unterschiedlich - es handelt sich um eine lebensrettende Reaktion des Körpers.
Der Körper versucht, dem Absinken des Blutzuckerspiegels durch eine Reihe von Reaktionen entgegenzuwirken:
Wird die morgendliche Polyurie für die Folge einer unzureichenden Insulindosis gehalten und eine höhere Dosis verabreicht, verschlimmert sich das Problem. Es kommt zu einem noch stärkeren Somogyi-Effekt. Schließlich sind die Gegenregulierungsmechanismen erschöpft, und eine schwere Hypoglykämie ist die Folge.
Eine Hyperglykämie als Folge eines Somogyi-Effekts kann in manchen Fällen bis zu 3 Tage nach einer einzelnen hypoglykämischen Episode andauern. Deshalb normalisiert sich der Blutzuckerspiegel nach Verringerung der Insulindosis nicht immer sofort innerhalb von wenigen Tagen. Bei Verdacht auf Somogyi-Effekt besteht ein alternativer Ansatz in einer 20%-igen Verringerung der Dosis und genauer Beobachtung der klinischen Symptome. Kommt es wenige Tage nach der Dosisanpassung zu einer Verschlechterung von Polyurie oder Polydipsie, ist es unwahrscheinlich, dass die Einstellungsprobleme eine Folge des Somogyi-Effekts sind. Andererseits ist eine Verursachung durch den Somogyi-Effekt wahrscheinlich, wenn Polyurie und Polydipsie innerhalb von wenigen Tagen verschwinden.
Diagnose
Das einzige diagnostische Mittel zum Nachweis eines Somogyi-Effekts ist
Blutglukosekurve.
Jede der folgenden Glukosekurven ist ein Hinweis auf einen Somogyi-Effekt:
Nachstehend zwei Beispielgrafiken für Blutglukosekurven in einem Fall von Rebound-Hyperglykämie. Die Insulininjektion erfolgte zum Zeitpunkt 0 Stunden.
Bitte klicken SIe zum Vergrößern der Kurven auf die Graphiken.
Details zur Erstellung einer Glukosekurve siehe unter Blutglukosekurven.
