Notfälle

Bei Katzen gibt es zwei Diabetes-bedingte Notfälle. Dies sind:

Diabetische Ketoazidose

Die Diabetische Ketoazidose (DKA) entsteht aufgrund von:

  1. länger bestehendem, nicht diagnostiziertem Diabetes mellitus
  2. unzureichender Insulindosis bei behandelten Diabetikern
  3. eingeschränkter Insulinwirkung und/oder Insulinresistenz, aufgrund von Übergewicht, Begleiterkrankungen oder Medikamenten.

Aufgrund des Insulinmangels kann Glukose nicht als Energiequelle genutzt werden. Zur Energiegewinnung werden Fette gespalten. Während der Lipolyse werden hohe Konzentrationen von Ketonen gebildet. Es kommt zur Entstehung von Ketose und Azidose, die mit einem Elektrolytungleichgewicht einhergehen. Eine Ketose verursacht Anorexie, Übelkeit und Lethargie.

Die Diagnose einer DKA beruht auf dem Vorhandensein einer Ketonurie und Symptomen einer systemischen Erkrankung.

Mit der Behandlung eines DKA muss unverzüglich begonnen werden. Sie besteht aus der Korrektur der Flüssigkeitsdefizite, des Säure-Basen-Gleichgewichts und des Elektrolytgleichgewichts durch Infusionen. Zudem müssen die Konzentrationen von Glukose und Ketonen im Blut verringert werden. Dies erfolgt mit der intravenösen Verabreichung von schnellwirkendem Insulin.

Wenn der Blutzuckerspiegel gesenkt und mindestens 4-10 Stunden lang zwischen 11 und 14 mmol/l (198 und 252 mg/dl) gehalten wird, kann mit der Insulintherapie unter Verwendung von subkutan appliziertem Intermediärinsulin begonnen werden.

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Hyperglykämisches Hyperosmolares Syndrom

Das hyperglykämische hyperosmolare Syndrom (HHS) bzw. hyperosmolare nicht-ketogene Syndrom (HHS) ist eine seltene Komplikation beim unbehandelten Diabetes mellitus. Es ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Hyperglykämie (z. B. >36 mmol/l oder >650 mg/dl) und Osmolalität ( >380 mOsm/l). Bei derartig hohen Blutglukosekonzentrationen wird Wasser durch Osmose aus den Hirnzellen verlagert, wodurch ein Koma verursacht wird.

Vor der Entstehung von HHS sind zunächst die typischen klinischen Symptome des Diabetes mellitus zu beobachten:

  • Polyurie
  • Polydipsie
  • Polyphagie

Die Tiere werden immer schwächer, anorektisch und lethargisch und trinken weniger. Entsprechend dehydriert sind sie. Unbehandelt sind schwere Depression oder Koma die Folge.
Typisch für HHS ist, dass keine Ketoazidose vorliegt und die Glukosekonzentrationen im Plasma viel höher (>36 mmol/l) ist als bei einer diabetischen Ketoazidose.

Ziel der Behandlung ist die Korrektur des hyperglykämischen hyperosmolaren Zustands. Dies wird durch aggressive intravenöse Flüssigkeitstherapie und Verringerung der Blutzuckerkonzentration erreicht. Während der ersten 4-6 Stunden ist allerdings die Flüssigkeitstherapie von entscheidender Bedeutung. Mit der Insulintherapie kann so lange gewartet werden, bis sich der Zustand des Tiers verbessert hat.

Die Prognose für eine vollständige Erholung ist extrem zurückhaltend. Sogar bei angemessener Behandlung sterben viele Tiere innerhalb der ersten 24 Stunden. Die langfristige Überlebensrate liegt bei etwa 12%.

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