FAQs – Frequently asked questions

Bei der Katze kommt hauptsächlich der Typ-II-Diabetes vor, bei welchem es in der Bauchspeicheldrüse aufgrund einer Amyloidose in den Inselzellen zu einer verminderten Insulinproduktion kommt, gleichzeitig die Körperzellen jedoch eine erhöhte Insulinresistenz aufweisen.

Ursache eines Diabetes mellitus kann eine primäre Erkrankung der endogenen oder exogenen Bauchspeicheldrüse (Pankreas) sein, wodurch es zu einer unzureichenden Synthese oder Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse kommt. Diabetes mellitus kann aber auch durch andere Erkrankungen verursacht werden. Dies können sein Übergewicht, Pankreatitis, Morbus Cushing (Hyperadrenokortizismus), Hyperthyreose, Progesteron- und Wachstumshormonüberschuss (Akromegalie) sowie verschiedene Medikamente und in sehr seltenen Fällen auch ein Pankreastumor.

Typische klinische Symptome eines unbehandelten Diabetes mellitus sind vermehrter Durst und Appetit bei anhaltendem Gewichtsverlust und häufiges Harnabsetzen.

Testen Sie das Diabetes-Risiko Ihrer Katze

Blutzucker-Referenzwerte bei der Katze:

2,6 – 8,4 mmol/l bzw. 46,8 – 151,3 mg/dl

Generell sind alle Katzen anfällig für eine Diabetes-Erkrankung. Mehr als 40 % der diabetischen Katzen sind jedoch zwischen 5 und 11 Jahren alt. Besonders häufig tritt Diabetes mellitus bei 10 Jahre alten und älteren Tieren, kastrierten Kater und übergewichtigen Tieren auf. Das fast doppelt so hohe Risiko kastrierter Tiere, an einem Diabetes mellitus zu erkranken, beruht vermutlich auf der Entwicklung einer Adipositas durch erniedrigten Kalorienbedarf bei gleichbleibender Energiezufuhr. Durch Übergewicht erhöht sich das Risiko für einen Typ-II-Diabetes um das 3- bis 5-fache. 70-80% der diabetischen Katzen sind übergewichtig.

Nein. Im Gegenteil: Kastrierte Katzen/Kater entwickeln häufiger einen Diabetes mellitus als unkastrierte Tiere. Etwas Vergleichbares wie den Läufigkeitsdiabetes der Hündin gibt es bei der Katze nicht.

Die Behandlung besteht in der subkutanen Injektion von synthetisch hergestelltem Insulin. Es können drei Arten von Insulinen unterscheiden werden:

  • Schnell wirkende Insuline same
  • Intermediärinsuline (Lente-Insuline) und
  • Langzeitinsulin

Derzeit ist für die Behandlung von Katzen nur ein intermediär wirksames Insulin vom Schwein (MSD Tiergesundheit) zugelassen. Dieses ist dem Insulin der Katze sehr ähnlich.

Die subkutane Applikation des Insulins kann und muss –da die Behandlung täglich, vor jeder Mahlzeit durchgeführt werden muss, mittelfristig vom Tierhalter durchgeführt werden.

Die Behandlung von Diabetes mellitus – also die tägliche Injektion von Insulin-  ist bis zum Lebensende notwendig.

Bei Katzen kommt es bei Diabetes mellitus häufiger zu einer diabetischen Neuropathie und einer diabetischen Nephropathie. In seltenen Fällen kann auch ein diabetischer Katarakt beobachtet werden.

Die Aussichten für eine zuckerkranke Katze sind von vielen Faktoren abhängig. Einfluss auf die Prognose hat zunächst die Ursache des InsulinmangelsAußerdem gilt: je früher mit der Behandlung begonnen und je kontinuierlicher sie durchgeführt wird, desto besser sind die Aussichten und die verbleibende Lebenserwartung des Patienten.