Einstellungsprobleme

Bei schlechtem Ansprechen auf die Insulintherapie sollte man eine Blutglukosekurve erstellen und versuchen, andere Begleit- und Grunderkrankungen auszuschließen.

Bei schlechtem Ansprechen auf die Insulinbehandlung sollten zunächst die folgenden Faktoren ausgeschlossen werden.

&Bitten Sie den Besitzer, mit dem diabetischen Tier in die Praxis zu kommen.

  • Besprechen Sie die tägliche Routine – stimmt die zeitliche Abstimmung von Injektionen und Mahlzeiten?
  • Bitten sie um eine genaue Aufstellung, was das Tier frisst – vielleicht bekommt das Tier zu viele Leckerbissen oder das falsche Futter.
  • Bitten Sie den Besitzer, die Injektion bei seinem Tier zu demonstrieren.
    • Wird die korrekte Dosis auf die Spritze aufgezogen?
    • Wird das Caninsulin korrekt subkutan und nicht intradermal injiziert?
  • Wird das Caninsulin sachgemäß gelagert und verwendet?
    • Lagerung unter 25°C undvor Licht geschützt
    • Lagerung in aufrechter Position.
    • Angebrochenes Behältnis nicht länger als 28 Tage verwenden.

Antikörper können entweder gegen das Insulin oder gegen andere Fremdproteine im Präparat gerichtet sein.

Antikörper gegen Insulin werden häufig beobachtet und führen normalerweise nicht zu Einstellungsproblemen. Die Antikörperproduktion scheint weniger stark zu sein, wenn homologes Insulin (gleiche Struktur) gegeben wird. Insulin vom Schwein (wie in Caninsulin) hat die gleiche Struktur wie Hundeinsulin.

Eine zu hohe Insulindosis kann zu einem Somogyi-Effekt oder Rebound-Hyperglykämie führen. Diese Wirkung kann ebenfalls verursacht werden, wenn der Blutzuckerspiegel zu schnell absinkt. Der Zeitpunkt der Auslösung des Somogyi-Effekts ist individuell unterschiedlich – es handelt sich um eine lebensrettende Reaktion des Körpers.

Der Körper versucht, dem Absinken des Blutzuckerspiegels durch eine Reihe von Reaktionen entgegenzuwirken:

  • Nach der Insulininjektion fällt der Blutzuckerspiegel rasch ab oder nähert sich einer Hypoglykämie (Blutzuckerspiegel unter 5 mmol/l bzw.90 mg/dl). Das Tier wird hungrig und entweder rastlos oder lethargisch.
  • Als Reaktion auf eine sinkende Blutglukosekonzentration im ZNS werden Adrenalin und anschließend Kortisol, Glukagon und Wachstumshormon ausgeschüttet.
  • Diese Hormone führen zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels (durch Glukoneogenese, Freisetzung von Glukose aus Glykogen in der Leber und erhöhte periphere Insulinresistenz).
  • Die resultierende Hyperglykämie führt zu Polyurie und Polydipsie. Dieser Zustand kann leicht als Folge einer unzureichenden Insulindosis fehlinterpretiert werden.

Wird die morgendliche Polyurie für die Folge einer unzureichenden Insulindosis gehalten und eine höhere Dosis verabreicht, verschlimmert sich das Problem. Es kommt zu einem noch stärkeren Somogyi-Effekt. Schließlich sind die Gegenregulierungsmechanismen erschöpft, und eine schwere Hypoglykämie ist die Folge.

Eine Hyperglykämie als Folge eines Somogyi-Effekts kann in manchen Fällen bis zu drei Tage nach einer einzelnen hypoglykämischen Episode andauern. Deshalb normalisiert sich der Blutzuckerspiegel nach Verringerung der Insulindosis nicht immer sofort innerhalb von wenigen Tagen. Bei Verdacht auf Somogyi-Effekt besteht ein alternativer Ansatz in einer 20%-igen Verringerung der Dosis und genauer Beobachtung der klinischen Symptome. Kommt es wenige Tage nach der Dosisanpassung zu einer Verschlechterung von Polyurie oder Polydipsie, ist es unwahrscheinlich, dass die Einstellungsprobleme eine Folge des Somogyi-Effekts sind. Andererseits ist eine Verursachung durch den Somogyi-Effekt wahrscheinlich, wenn Polyurie und Polydipsie innerhalb von wenigen Tagen verschwinden.

Diagnose

Das einzige diagnostische Mittel zum Nachweis eines Somogyi-Effekts ist eine Blutglukosekurve.

Jede der folgenden Glukosekurven ist ein Hinweis auf einen Somogyi-Effekt:

  • Hypoglykämie (niedriger Nadir) gefolgt von Rebound-Hyperglykämie
  • Rasches Absinken des Blutzuckerspiegels mit angemessenem Nadir, gefolgt von Rebound-Hyperglykämie.

Nachstehend zwei Beispielgrafiken für Blutglukosekurven in einem Fall von Rebound-Hyperglykämie. Die Insulininjektion erfolgte zum Zeitpunkt 0 (null) Stunden.

Blutglukosekurven

Bitte klicken Sie zum Vergrößern der Kurven auf die Graphiken.

Blutglukose gemessen in mmol/l

Blutglukose gemessen in mg/dl

Details zur Erstellung einer Glukosekurve siehe unter Blutglukosekurven

Die Wirkungsdauer von Insulin ist geringer als erwünscht (10-12 Stunden bei zweimal täglicher Gabe; 20 Stunden bei einmal täglicher Gabe).

Lösung

  • Zweimal tägliche Gabe von Insulin anstelle einer einmal täglichen Gabe
  • Umstellung auf ein Präparat mit längerer Wirkungsdauer